Innenraum

Blick vom Altar Richtung Orgel Fotografie: Dr. Wolfgang Bickel

Blick vom Altar Richtung Orgel
Fotografie: Dr. Wolfgang Bickel

Nach Einführung der Reformation wurde ein Gestühl eingebaut, dessen Bänke auf Altar und Kanzel ausgerichtet sind. Darüber hinaus wurde eine Empore eingebaut, denn man brauchte für die Sonntagsgottesdienste mit ihren langen Predigten viele Sitzplätze. War es vor der Reformation ein ständiges Kommen und Gehen gewesen bei den täglichen Messopfern am Hochaltar und den vielen an den einzelnen Altären gelesenen Messen, so waren die Gottesdienste nach der Reformation auf Sonntage und Predigttage konzentriert. Da es für alle Einwohner eine Pflicht zum Besuch der Predigten gab, kamen immer viele auf einmal in die Kirche.

 

 

 

 

 

Ausrichtung auf die Kanzel Fotografie: Dr. Wolfgang Bickel

Ausrichtung auf die Kanzel
Fotografie: Dr. Wolfgang Bickel

Damit sich die Zuhörer recht auf die Predigt konzentrierten, wurden Frauen und Männer, Verheiratete und Unverheiratete getrennt gesetzt, auch der Kirchenvorstand bekam seine eigenen Bänke – ebenso wie die Frau und die Kinder des Pfarrers. Diese Trennung hat sich als Brauch bis ins 20. Jahrhundert gehalten: die verheirateten Männer rechts und links vom Altar und im Chor, die verheirateten Frauen im Kirchenschiff, die unverheirateten Frauen in den Seitenschiffen daneben, die unverheirateten Männer auf der Empore. Der Pfarrer hatte seinen Platz in einer Art Holzlaube im Chor neben der Kanzel, seine Familienangehörigen in einem gleich gestalteten Kämmerchen gegenüber.