Die Kirchen zu Armsheim und Bornheim

Kirche „Zum Heiligen Blut Christi“ aus dem Jahre 1431 in Armsheim

Mit der ehemaligen Wallfahrtskirche „Zum heiligen Blut“ findet sich eines der bedeutendsten gotischen Bauwerke der Region in Armsheim. Die überregionale Bedeutung der Wallfahrt zu der in Armsheim verehrten Blutreliquie gab Anlass zur Errichtung des – für eine Dorfkirche ungewöhnlich prächtigen – Baus.
Anstelle eines dreischiffigen, dem Hl. Remigius geweihten Vorgängergebäudes wurde 1431 mit dem Bau des Chores begonnen, es folgte der Umbau des Langhauses um 1450-60. Der Bau des Westturms wurde 1471 begonnen und Anfang des 16. Jahrhunderts abgeschlossen. 1504 wurde die Kirche schwer beschädigt, jedoch wieder aufgebaut. Einem Brand im Jahr 1854 folgte ein erneuter Wiederaufbau. Spätere Restaurierungen erfolgten Anfang des 20. Jahrhunderts und in den Jahren 1968-82.
An dem Gebäude sind drei Bauphasen abzulesen. Die Formsprache des hohen weiträumigen Chors mit Rippengewölbe und großen Maßwerkfenstern steht in der Nachfolge von Bauten Madern Gertheners, dem Erbauer des Westchors der Oppenheimer Katharinenkirche.
Der im Untergeschoss viereckige Turm mit achteckigem Glockengeschoss und Spitzhaube wird dem Umfeld des Baumeisters Nikolaus Eseler zugeschrieben. Das dreieinhalb Joche messende Langhaus steht in deutlicher Spannung zum Chorraum; bei hälftiger Breite sind die Seitenschiffe nahezu genau so hoch wie das Mittelschiff. Die Gewölbe liegen auf kräftigen Rundpfeilern auf. Im Mittelschiff ist ein einfaches Kreuzgewölbe ausgeführt, in den Seitenschiffen aufwendigere Netzgewölbe. Die Farbfassungen wurden Anfang des 20. Jahrhunderts als Kopie der spätgotischen Ausmalung angebracht.
Von der ursprünglichen Ausstattung ist wenig erhalten geblieben. Ursprünglich trennte ein Lettner Chorraum und Langhaus. Ein besonderes Augenmerk ist auf den Fuß der Kanzel von 1500 zu richten.

St. Martinskirche zu Bornheim

Die dem Heiligen Martin geweihte Kirche wurde 1243 erstmals urkundlich erwähnt. Durch die Reformation wurde sie lutherisch. Der Chorturm stammt aus der Zeit ca. 1200, das Schiff wurde 1714-1727 errichtet. Die Wandmalereien gehen auf dem 13. Jahrhundert zurück. Die Orgel der Gebrüder Stumm wurde 1727 gebaut.