
Eine Reihe von erhaltenen Grabsteinen zeigt, daß sich
auch in dieser Kirche Gräber befinden, wie es allgemein
üblich war. Dabei war der Kirchenchor Stiftern, Kirchenherren
und Erbauern der jeweiligen Kirche vorbehalten. Die Grabplatte
Konrads von Odenkemmer befindet sich im Chor, weil er während
der Erbauung Inhaber der Pfarrstelle war. Er ist mit den
Zeichen seines Priesteramtes dargestellt. Als nach der Einführung
der Reformation im Jahre 1565 alle Dokumente die an das
religiöse Leben der Vergangenheit erinnerten, zerstört
wurden, schlug man ihm das Gesicht, den Kelch und die Stola
ab.
Auch von einer anderen Platte eines Priestergrabes im Chorfußboden
wurde der Kelch abgemeißelt. Sie gehört eigentlich
nicht in den Chor, wurde aber als Bodenplatte bei einer
Renovierung dorthin gelegt.

Das große Terrakotta-Wappen der Familie von Hohenburg
im Chor aus der Erbauungszeit weist darauf hin, daß
sie eine größere Stiftung zum Kirchenbau gemacht
hat. Wer aus der Familie es war, wieviel es war, wissen
wir freilich nicht.
Im Langhaus sind Siegfried von Löwenstein und seine
Ehefrau Margarete von Heppenheim begraben. Ihre Grabmäler
wurden bei einer Renovierung vor der Vermauerung des alten
Nordportals aufgestellt. Der Inschrift nach war Siegfried
als Vertreter des Kirchenherrn, des Grafen von Veldenz,
für den Kirchenbau zuständig.
  
Drei weitere Steine weisen auf die Gräber von Priestern
hin. Aber die Steine wurden bei Renovierungsarbeiten willkürlich
angebracht oder verlegt; sie sind sicher alle am falschen
Platz. Einem sieht man an, daß er auf Fußbodenniveau
lag.

Auch in der Turmhalle befinden sich Grabplatten. Sie liegen
nicht nur amfalschen Platz, denn hier wurde nicht begraben.
Sie liegen auch alle verdreht: Da bei mittelalterlichen
und frühneuzeitlichen Gräbern der Tote immer mit
dem Kopf nach Westen, also mit dem Blick nach Osten liegt,
kann man an der Lage der Platten erkennen, daß sie
nachträglich hierher geschafft wurden.
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